Puppenspieler

Dr. Johannes Peter Minuth, Jahrgang 1955, hat an der Freiburger Albert-Ludwigs-Universität Germanistik und Geographie studiert und in Germanistik über die Entwicklungsgeschichte des Kaspertheaters promoviert. Sein Lebensweg führte ihn allerdings nicht vor die Schultafel, sondern zur "Freiburger Puppenbühne" – eine Institution, die weit über die Grenzen der Region Erfolge feiert und das Publikum von Klein bis Groß mit viel Leidenschaft und Elan begeistert.

Während der Endphase seines Referendariats in Denzlingen begann seine Frau Handpuppen zu bauen. Als er hautnah miterlebte, wie die Puppen langsam entstanden und immer mehr Leben eingehaucht bekamen, war er vor allem vom Kasper sehr fasziniert und setzte diesen auf seine Hand, um mit ihm zu spielen. Dieser Moment hat ihn stark geprägt und er spürte, dass da eine Verbundenheit zwischen ihm und der Puppe war. Deshalb spielte er mit großer Freude zunächst für Kinder und war über ihr Lachen als Resonanz so glücklich, dass er sein Talent für das Figurentheater entdeckte.

Minuth holt die Faust-Dichtung ins Puppentheater zurück

Diese künstlerische Kraft, Menschen durch das Puppenspiel eine Freude zu bereiten, wollte er dann auch für Erwachsene im „Faust“ ausleben. Für seine Abendvorstellung hatte er die Unterstützung von Martin Thoms, einem Absolventen der Berliner Ernst-Busch-Schule, der die Puppen gebaut hat, und bei der Regie hat ihm der Freiburger Shakespeare-Komiker Bernd Lafrenz geholfen. Goethe hatte die Idee zu “Faust”, nachdem er ein Puppenspiel gesehen hat. Den Kreis hat Minuth nun geschlossen, indem er den Klassiker auf die Puppenbühne zurückgebracht hat. Er wünscht sich, dass die Zuschauer Goethes Sprache neu kennen und lieben lernen und sich im Herzen berühren lassen.

Die Texte sind größtenteils übernommen, doch hat er die ursprüngliche Figur des Kaspers erweitert, indem er ihn zum Kommentator gemacht hat, der nicht nur zu Beginn des Stückes, sondern auch in Zwischenspielen auftritt. Kasper korrigiert das Stück und spricht als Narrenfigur das Publikum mit feinen Anspielungen und seiner typischen Zweideutigkeit an. Deshalb verleiht er dem Stück dramatische Würze: So wird Gretchen von Kasper gerettet und zum Schluss leiten Bello, der Hund, und Kasper auf Faust Teil II über und die Zuschauer erleben Fausts und Gretchens Hochzeit im Himmel.

alumni aktuell, Felicitas Kahles, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

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